Ostpreußische Musikfeste

Schon um 1840 hatte es den Versuch gegeben, Ostpreußische Musikfeste zu etablieren. Damals kamen allerdings nur zwei dieser Ereignisse zustande (1835; 1837). Während die frühen Veranstaltungen stark auf Chorgesang ausgerichtet waren, hatte sich ein halbes Jahrhundert später die Lage verändert: Orchester- und Kammermusik traten gleichgewichtig neben Chorwerke.

Die Bezeichnung des Musikfests 1908 als erstes lässt erkennen, dass man hoffte, es möge eine Folge von ähnlichen Veranstaltungen nach sich ziehen. Dazu ist es in bescheidenem Umfang auch gekommen. Initiator des ersten Ostpreußischen Musikfests war Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, der den ersten drei Festen als Schirmherr zur Seite stand. Diesen Festen folgte nach dem Weltkrieg ein weiteres:

  • 1908
  • 1910 (u. a. Tod und Verklärung)
  • 1913 (u. a. Sinfonia domestica)
  • 1924

Austragungsort war jeweils Königsberg. Es ist offenkundig, dass die Feste der Vorkriegsjahre unter völlig anderen Voraussetzungen stattfanden als das vierte. Den Unterschied bewirkten einerseits die äußeren Bedingungen, aber auch die Entwicklung, die die Musik inzwischen genommen hatte. Das wird deutlich, wenn man die hier näher vorgestellten Ostpreußischen Musikfeste betrachtet, das erste und das vierte.

Die Bedeutung der Ostpreußischen Muskkfeste für Königsberg hat Wilhelm Matull in einem Artikel "Musik von Liebhabern und Kennern – Erinnerungen an das vielgestaltige Königsberger Musikleben" am 14. September 1968 im Ostpreußenblatt so formuliert: "[Die] exzellenten Höhepunkte waren die Ostpreußischen Musikfeste von 1908, 1910, 1913 und 1924."