NS-Veranstaltungen

Grenzlandtheater Tilsit: NS-Veranstaltungen / Truppenbetreuung

 

In allen deutschen Theatern wurden im Dritten Reich geschlossene Veranstaltungen für staatlich kontrollierte Organisationen angesetzt. In Tilsit fallen dabei die Jahre 1933–1938 nicht ins Gewicht. Für die restlichen Spielzeiten lassen sich folgende quantitative Feststellungen treffen:

Spielzeit / WHW (Winterhilfswerk) / KdF (Kraft durch Freude) / HJ (Hitlerjugend)

  • 1938/39: 1 / 0 / 3
  • 1939/40: 0 / 1 / 8
  • 1940/41: 3 / 0 / 5
  • 1941/42: 9 / 10 / 7
  • 1942/43: 5 / 15 / 7
  • 1943/44: 11 / 22 / 10

Dabei ist anzumerken, dass für einzelne Monate keine Meldungen vorliegen. Der auffälligste Befund ist, dass mit fortschreitendem Krieg Veranstaltungen dieser Art signifikant zunahmen. – Details zur Programmgestaltung sind den Spielplänen zu entnehmen.

Bei militärbezogenen Aufführungen ergibt sich folgendes Bild:

Spielz. / Wehrmachtsvorst. / Vorst. in Polen / Für Verwundete / Waffen-SS

  • 1939/40: 29 / 27 / 0 / 0
  • 1940/41: 84 / 0 / 0 / 0
  • 1941/42: 40 / 0 / 14 / 0
  • 1942/43: 75 / 0 / 13 / 3
  • 1943/44: 2 / 0 / 15 / 4

Anmerkung: Die 1939/40 ausgewiesenen Auftritte im „polnisch besetzten Gebiet“ waren ebenfalls Militärvorstellungen. Die meisten Vorstellungen für die Wehrmacht lassen – im Unterschied zu den analogen Veranstaltungen des Landestheaters Süd-Ostpreußen Allenstein – nicht den Spielort erkennen; diese Aufführungen häufen sich in den Monaten Juli und August, fanden also verstärkt während der Sommerpause statt. Vorstellungen für die Waffen-SS wurden nur in den beiden letzten Spielzeiten ausgewiesen. – Details s. Spielpläne.