Emil Krause

Einführung

Emil Krause war von 1871 bis 1906 Theaterkritiker und Feuilletonchef der Hartungschen Zeitung in Königsberg. Er hat dieses Amt länger ausgeübt als jeder andere. Bei seinem Tode war allen Königsbergern klar, welche Bedeutung der Verstorbene für das örtliche Kulturleben hatte.

Emil Krause
(Quelle – Fischer: Königsberger Hartungsche Dramaturgie)

Krause war Königsberger von Geburt und hat seine Heimatstadt praktisch nicht verlassen. Damit ist er jenem Kritikertypus zuzurechnen, der auf der Basis guter handwerklicher – d. h. solider sprachlicher, literarischer und theaterwissenschaftlicher – Kenntnisse und Fähigkeiten dem Kulturleben seiner Stadt ein verlässlicher Begleiter und Anreger werden kann, und zwar aus der intimen Kenntnis der lokalen Bedingungen, mag es die geschichtliche oder regionale Dimension betreffen oder die Erwartungshaltung und die Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft des Publikums.

Diese Eigenschaften machten Krause zu einer lokalen Institution: Er war allseits geschätzt und geehrt. Er schrieb für sein Königsberger Publikum, dem einer randlagigen Provinzhauptstadt von durchaus herausgehobener Bedeutung.

Damit ist aber auch gesagt, dass er sich nicht am Großstadtpublikum einer Metropole orientierte. Als nun, wie es in Königsberg zwischen 1899 und 1903 der Fall war, ein kämpferischer Kritikerkollege das Feld betrat, der in Berlin seine Sporen verdient hatte und immer in der ersten Linie des Fortschritts kämpfte, musste es zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Ernst Otto Nodnagel war in diesem Zeitraum Musikkritiker der Ostpreußischen Zeitung und setzte sich zwar in erster Linie mit Krauses Musikkritikerkollegen Gustav Doempke auseinander, bezog Emil Krause aber in die Kontroverse ein.

Da Nodnagels Königsberger Tätigkeit in diesem Portal – weil bisher völlig unbeachtet – ausführlich dokumentiert wird, kommt auch die Auseinandersetzung mit Emil Krause zur Sprache.

Das führt zu folgender Gliederung dieses Menüs: