Königsberger Theaterjournale

Die Sammlung Paul S. Ulrich

Seit Jahrzehnten sammelt und erforscht Paul S. Ulrich, der Vorsitzende der Gesellschaft für Theatergeschichte, Theateralmanache und Theaterjournale des 18., 19. und frühen 20. Jhs. aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Der Umfang seiner diesbezüglichen Originale, Digitalisate, Kopien, Fotografien und Mikrofiches ist beeindruckend.

Paul S. Ulrich

Darunter befinden sich auch 25 Königsberger Theaterjournale von 1821 bis 1911. Die folgende Übersicht gibt an, für welchen Zeitraum konkrete Angaben zum Personal und zu den Spielplänen vorliegen.

1821 1822 1823 10–12.1824 1–9.1825
9.1831–12.1932 12.1832–12.1833 10.1839–12.1940 1842 1846
1850 12.1851–12.1852 12.1852–12.1853 12.1853–12.1854 12.1854–12.1855
1860 1870 1.1878–1.1879 1887 1901
1903 9–12.1904 1905 1906 1–11.1911

 

Paul S. Ulrich hat dem Betreiber dieses Portals die Königsberger Journale zur Auswertung überlassen. Die Theaterjournale werden hier vor allem zur Rekonstruktion der Spielpläne des Königsberger Theaters benutzt, soweit die große Theaterzettelsammlung der AdK Berlin Lücken aufweist oder Aufführungen ankündigt, die nicht stattgefunden haben, aber auch zur Verifizierung von unklaren oder zweifelhaften Angaben auf den AdK-Zetteln – Näheres im Menü Theaterzettel / Akademie der Künste.

Hier nur drei Anmerkungen:

  • Im Zeitraum 1804–1873 konnten insgesamt 1087 zusätzliche Vorstellungen gefunden werden.
  • Die Journale erlauben es, für die Jahre 1821–23 die Spielpläne der Gastspielreisen in die Provinz anzugeben. Hier ließen sich 236 Aufführungen rekonstruieren.
  • Die schmerzlichen Lücken der AdK-Sammlung für die erste Hälfte der 1830er Jahre lassen sich teilweise schließen. Von 1831–33 weisen die Journale die Programme von 436 Königsberger Vorstellungen nach, die bisher nicht bekannt waren.

Mit dem Band „Paul S. Ulrich: Wiener Theater (1752–1918). Dokumentation zu Topographie und Repertoire anhand von universalen Theateralmanachen und lokalen Theaterjournalen mit einem Überblick zu Zeitungen mit Theaterreferaten und deren Referenten. Wien 2018“ hat das Don Juan Archiv Wien eine Reihe eröffnet, die die Forschungsergebnisse von Paul S. Ulrich vorstellt. Dieser Publikation sollen weitere über deutschsprachige Theater in anderen Regionen folgen.

Zur Terminologie: Ulrichs Vorschlag, jährlich-periodische Publikationen über Einzelbühnen oder einzelne Theatergesellschaften als Journal zu bezeichnen, den Begriff Almanach dagegen zu verwenden, wenn es um mehrere Bühnen oder Unternehmen (gewöhnlich in mehreren Orten) geht, wird hier übernommen. Folgerichtig werden die betrachteten Königsberger Hefte Journal genannt, obwohl der Titel sie gewöhnlich als Almanach ausweist. Wie zweckmäßig diese Entscheidung ist, wird offenkundig, wenn man bedenkt, dass die örtlichen Journale i.a. auch den Spielplan der abgelaufenen Saison enthalten, während das in den Almanachen gewöhnlich nicht der Fall ist.